Bornholm, die Insel, von der die Dänen sagen, sie sei "Norden i en nøddeskal". Das bedeutet sinngemäß übersetzt, auf ihr findet man alle Landschaftstypen Skandinaviens wie in einer Nussschale. 1957 und 1959 haben meine damalige Freundin und ich die Insel besucht und wir wollten jetzt, im 21. Jahrhundert als altes Ehepaar mal nachsehen, ob alles noch so schön wie früher ist. Allerdings, diesmal mit Auto und Zimmer in der Pension und nicht mit Omnibus und Zelt.


Unser
erstes Ziel war die Stadt Svaneke, die östlichste Stadt Dänemarks, dort
geht als erstes die Sonne auf. Am Hafen hatte sich nicht viel verändert. die
gleichen Häuser, ebenso in der Stadt, es war alles noch "hyggelig". Nur war
im Hotel kein Zimmer frei für uns, es war alles belegt. Also sind wir Richtung
Nordwesten
an der "Stubbemölle" vorbei weitergefahren, wir waren sicher, wir würden schon was
zum Schlafen finden an der
Strasse oder in den nächsten Orten.



Hinter
der Ortschaft Listed sahen wir neben der Strasse, das Haus mit der Aufschrift
"Pension Bølshavn". Ein Hof mit vielen Blumen und Pflanzen, hübsche
Kleinigkeiten am Zaun, da fragen wir doch mal ob was frei ist. Ins Haus hinein
und jemand finden, fragen, die Antwort gab es in deutscher Sprache. Die
Aussicht aus dem Zimmer sieht man auf dem rechten Bild, wir waren hin und
weg, das war genau so, wie wir es uns erträumt hatten. Jetzt nur noch
unsere Sachen einräumen und dann die Umgebung erkunden.

Wir sind zum Meer hinuntergegangen und an der Küste entlang bis zum nahe gelegenen Hafen Bølshavn und haben den Möwen zugesehen. An der Hafenmauer war auch eine Leiter wo die Ursula ins Wasser gehen konnte, alles war wie für uns gemacht.
Unser
Frühstückstisch war mit Blick auf die See, dort besprachen
wir
morge
ns
unsere Ausflüge
.
Am ersten Tag wollten wir nach Norden und das Ziel sollten die Heiligtumsfelsen
zu dänisch "Helligdomsklipperne" nördlich von Gudhjem sein. Steile
Felsformationen, umgeben von einem schönen Buchenwald.
Das nächste Ziel war die Burgruine Hammershus, welche auf dem "Hammerknuden" einem Bergknoten aus Granit liegt. Es eine der grössten Burgruinen nördlich der Alpen. Erbaut Anfang des 13. Jahrhunderts, aber mehrfach wieder aufgebaut nach Zerstörungen. Man hat von dort einen schönen Ausblick über das Meer.
Dicht vor der Küste liegt im Meer ein Felsen, der offiziell den Namen "Löwenköpfe" hat, aber allgemein wird der Felsen die "Kamelköpfe" genannt.
Wenn man unterwegs ist, bekommt man Hunger. Da bietet es sich an, in einer der Heringsräuchereien einzukehren und frisch geräucherte Heringe mit Beilagen zu essen. Das ist eine der Spezialitäten der Insel, mit einem besonderen Räucherverfahren, werden die Heringe geräuchert. Die schmecken sehr gut, besonders wenn die Fische warm aus dem Rauch kommen.



Auf
dem Weg zurück zur
Pension haben wir
die Rundkirche in Østerlars
besucht. Dort muss man Eintritt bezahlen, mit dem der
Förderverein einen Teil der Kosten für die Erhaltung erwirtschaftet. Man kann
auch Bücher und andere Souvenirs kaufen. Wie es so
kommt, man schwätzt mit dem Vertreter des
Vereins der die Eintrittskarten verkauft und er gab mir seine
Visitenkarte. Sein Erstaunen
war gross, als ich ihm dann meine gab. Die Welt ist
kleiner als man denkt. Zum
Abschluss noch einen schönen Sonnenuntergang .




Am nächsten Tag war anderes Wetter, es war stürmisch, der Himmel meistens grau aber auch dann kann man fotografieren. Man erkennt dann zum Beispiel auch, warum die Bäume in einer bestimmten Richtung wachsen, der klügere gibt nach, das gilt auch für Bäume. Wir beschlossen, darum andere Teile der Insel zu besuchen.
Zuerst waren wir im Echotal, wo der "Rokkesten" liegt, den man bewegen kann, wenn man stark genug ist. Dann haben wir die Wassermühle bei Balka besucht. Später sind wir an der Südküste bei Strandmarken zuerst am Wasser entlang und zurück durch die Heide gegangen.
Nylars Rundkirche ist Mitte des 12. Jahrhunderts gebaut, wie die anderen Rundkirchen auf der Insel, auch als Rückzugsmöglichkeit wenn Feinde kamen. Dort sind auf dem Mittelpfeiler besonders gut erhaltene Fresken als Fries aufgemalt. Zu sehen ist die Vertreibung aus dem Paradies. Wie immer. der Friedhof ist neben der Kirche und manche Grabsteine erzählen Geschichten.
Wir hatten jetzt genug Landschaft und
Geschichte, meine Frau wollte nach Keramiken suchen und ich eine Glasbläserin bei
der Arbeit zusehen, also fuhren wir nach Svaneke.


Bei Peter gab es schöne Keramiksachen,eigentlich wollten wir nur mal alles ansehen, aber am Ende wurde die Tasche doch voll
Auch in der Glasbläserei war es schwer, die Sachen stehen zu lassen, statt sie mitzunehmen. Wunderschöne Dinge konnte man dort sehen.



Es gab wieder einen schönen Sonnenuntergang und in der Pension eine Überraschung. Vormittags war eine grosse Lachsforelle ins Netz gegangen, die war Abends der Hauptgang bei einem Dreigang Menü an der festlich gedeckten Tafel.
Wir waren mit unserer Besuch auf der Insel sehr zufrieden, sie war für uns immer noch so schön, wie damals, als wir jung waren. Unsere Zeit dort war viel zu schnell vergangen. In der englischen Sprache gibt es dafür einen guten Spruch " good times are short times". Viel früher als man vorher glaubt, steht man in der Schlange um auf die Fähre zu fahren. Es war ein Erlebnis, an das wir uns gerne erinnern.
Einer der schönen kleinen Waldseen auf der Insel