Der Cooloola Nationalpark, Rainbow Beach und Coloured Sands.

Während unseres Aufenthaltes in Brisbane wurden wir von Bruce Hansen, damals Präsident der ANGFA (Australia New Guinea Fishes Association) eingeladen, an einem Wochenende an einer Exkursion zu diesem Nationalpark und der Umgebung  teilzunehmen gemeinsam  mit weiteren ANGFA Mitgliedern .

Der Coolola Nationalpark  liegt etwa 200 km nördlich von Brisbane an der Küste. In diesem Nationalpark und in der Umgebung sind die Heimatbiotope einer Reihe von Fischarten, die für mich von grossem Interesse sind. Ich hatte einige Jahre früher schon einmal diesen Park mit anderen Aquarianern besucht, jetzt sollte es noch viel intensiver werden. Es ist auch eine schöne Gegend und an der Spitze eine Landzunge liegt die Ortschaft Rainbow Beach. Von dort kann man mit der Fähre nach Frazer Island fahren.

 

 

    Wir fuhren auf sandigen "tracks" , das sind die "Strassen" im Busch abseite von der Hauptstrasse zu einem Creek, der bei Aquarianern sehr bekannt ist. Es ist der Teewah Creek, wo eine rote Form von Rhadinocentrus ornatus vorkommt. Wir willten versuchen einige davon zu fangen um sie fotografieren zu können. Der Creek war nicht gut zugänglich, aber wenn Aquarianer was wollen, dann schaffen sie es auch, meistens jedenfalls.

Und das ist er, der Fisch, den wir im Teewah Creek gefunden haben, Rhadinocentrus ornatus "Teewah Creek"

Abends am ersten Tag sind wir zu einem Campingplatz gefahren, haben ein Seil zwischen Auto und einem Baum gespannt, eine Plane darüber gelegt und darunter geschlafen. Wir haben fest und gut geschlafen, bis der Kaffeeduft uns geweckt hat

 

Das erste Ziel am nächsten Tag war ein Mangrovenbereich an der Küste wo wir verschiedene Fischarten gefangen haben, darunter auch Hypseleotris galii, die Feuerschwanzgrundel.

 

 

 

 

 

Inzwischen waren weitere ANGFA Mitglieder zum Treffpunkt  gekommen und wir sind gemeinsam zu dem nächsten Biotop gefahren, das war der Snapper Creek. Dort findet man unter anderem Pseudomugil mellis, das honigfarbene Blauauge. Ich war einige Jahre vorher schon mal an diesem Creek gewesen. Damals hatte ein Buschfeuer die Gegend verwüstet und die Fische hatten wir nur in den Rohren unter der Strasse zur Rainbow Beach gefunden,  aber jetzt war es wieder ein schöner Biotop und wir konnten die Fische im Creek fangen.

 Die Strasse zur Rainbow Beach überquert auch den Kangooro Creek. Dort haben wir auch nach Fischen gesucht. Gefunden haben wir Melanotaenia doubolayi und eine Ambassisart, vermutlich Ambassis agassizii.

 

Der Höhepunkt des Tages war ein Besuch am Serays Creek, ein Traumziel für viele Aquarianer. Dor findet man die Rhadinocentrus ornatus mit roten und blauen Farbtönen, aber auch verschiedene andere Fischarten und Krebse. Es ist auch eine schöne Umbebung, es gibt nur einen Nachteil, der Creek liegt im Nationalpark, dort darf man keine Fische fangen, oder besser man darf sich beim Fangen nicht vom Ranger erwischen lassen, wenn der zufällig vorbei fahren sollte. Wenn einer aus der Gruppe an der Strasse stehen bliebt und pfeift wenn jemand kommt, dann wird auch keiner erwischt.

Wir haben noch vieles anderes gesehen, der Waran im Gras hat uns beobachtet, alle Creeks fliessen letztlich in das  Meer und das Wrack in den Dünen mit dem Eismann, der dort Eis verkaufte. Auf meine Frage ob denn genügend Kunden kämen, weil man doch nur mit Allradfahrzeugen zum Wrack kommen kann meinte er, :"Na ja, es könnten schon mehr sein, aber wenn schon jemand bis hierhin kommt, dann isst er auch mehr als nur ein Eis". So kann man das auch sehen. Wir sind am Strand entlang zurückgefahren, aber man muss dabei die Tidenzeiten beachten, sonst lernt man schwimmen. Die Dünen haben verschiedene Farben, weil die Anteile von Mineralien darin unterschiedlich hoch sind, das ergibt die Farben. Darum auch der Name "Coloured sands =  Farbige Sände.

 

 

 

Bruce Hansen hat uns ein schönes Wochenende bereitet, wofür ich ihm auch jetzt noch dankbar bin, er war für uns das, was man in Australien als ein "Bloke" ein Kumpel bezeichnet