Das Pantanal, der Norden

ist das grösste Sumpfgebiet der Erde
mit einer grossen Tier - und Pflanzenvielfalt. Es liegt in den Bundesstaaten
Mato Grosso do Sul und Mato Grosso. Wir waren bisher dreimal dort zu
Besuch. Zweimal sind wir
im Süden des Gebietes gewesen, einmal im Norden. Wir sind von Rio Grande de Sul
losgefahren, das ist eine Strecke von etwa 2000 km, bis man im Norden des Pantanal
angekommen ist.
Dabei werden grosse Flüsse überquert, die lange Reise ist auch ein
Erlebnis für sich, wie man unten lesen kann
Auch wenn man schon mehrfach dort war, die ersten Blicke auf die unterschiedlichen Uferlandschaften der Flüsse, die Tiere und die Pflanzen sind für Naturliebhaber ein Höhepunkt, dafür hat sich die Reise gelohnt.
Die Reise in den Norden des Pantanal.
Wir haben vier Tage gebraucht um von Carazinho nach Porto Cerrado zu reisen, aber unterwegs sieht man eine Menge. Was man nicht übersehen darf, sind die Schilder am Anfang und Ende einer jeder noch so kleinen Stadt. Dort sind quer über der Strasse Aufwölbungen, die "Lombadas", man bremst auf die vorgesehene Schrittgeschwindigkeit ab, oder man hat nach der ersten Überquerung Beulen im Autodach und am Kopf. Unserer Freunde hatten uns den Dilson als Fahrer mitgegeben, so mussten wir nicht auf die Strasse achten und konnten die Aussicht geniessen. So sind zum Beispiel im Mato Grosso wilde Emus auf den Feldern keine Seltenheit und später muss man auf herumlaufende Rinder achten, denn die Weiden sind nicht eingezäunt. Wenn man Reiher auf den Holzbrücken sitzen sieht, dann ist es sicher, man ist im Pantanal angekommen.
Von der kleinen Stadt Pocone gab es eine besondere Strasse zu unserem Hotel, die "Travessia de jacare" und von den Brücken konnte man viele Kaimane im Wasser sehen. An den Strassenseiten hatten Vögel ihre Nester in den Bäumen, aber auch auf den Strommasten haben wir Nester gesehen, von den vielen verschiedenen Blumen nicht zu sprechen. Nachmittags kamen wir im Hotel an und waren erstaunt über die luxuriöse Gestaltung der Anlage und der Zimmer. So etwas hatten wir nicht erwartet, aber der Preis war auch entsprechend. Das haben wir dann unseren Freunden im Süden am Telefon erzählt.
Inzwischen war es Abend geworden. Die letzten Vögel flogen am Himmel, ein Jabiru
Storch spazierte durch die Anlage, vor unserem Zimmer sassen die Blombergkröten
und suchten Insekten, genau so wie der Laubfrosch und auch wir gingen zum
Abendessen.
Am nächsten Morgen fuhren wir auf dem Fluss, nur wir im Boot mit einem ortskundigen, deutsch sprechenden Führer, so etwas hatten wir noch nicht erlebt. Luxus pur. Zuerst sind wir auf dem Rio Cuiaba gefahren, später auf kleineren Nebenarmen.
Bei einem Halt an einer Lagune sahen wir einen grossen Kaiman im Wasser, es war seine Lagune, das haben wir respektiert. Später am Ufer einen Kaiman der einen Wels gefangen hatte und nun mit erhebliche Problemen versuchte den in einer Lage zu bringen, wo er ihn hinunterschlucken konnte. Als wir ihm mit dem Boot zu nahe kamen, ist er ins Wasser gegangen
Ein Schwarm Säbelschnäbler fesselte zuerst unsere Aufmerksamkeit, danach Leguane am Ufer und in den Bäumen, das hatte wir in dieser Vielfalt noch nie vorher gesehen.
Schmetterlinge, Blumen, Schildkröten, Vögel, viele Eindrücke in kurzer Zeit, es war eine wunderschöne Fahrt. Jetzt wollte ich auch mit dem Netz nachsehen, ob Fische im Fluss zu finden waren.
Und hier das Ergebnis vom Fischzug in nur einem Biotop, eine grosse Artenvielfalt an Salmlern, Cichliden und einem Wels.

Während der Rückfahrt zum Hotel ging die Sonne unter, wie so oft im Pantanal, ein spektakulärer Anblick
Am nächsten Tage haben wir die Umgebung des Hotels von der Strasse aus "untersucht". In den Wasserlöchern waren viele Fische, an den Rändern auch Schwimmfarne, Schmetterlinge und Vögel wie zum Beispiel Rallen. In den Bäumen am Strassenrand konnte man viele Vögel entdecken.
Unser nächstes Ziel war die "Transpantaleira" die einzige Strasse ins Zentrum des Pantanal.
Wir sahen rechts und links der Strasse häufig Rinder im
Busch, aber nach einiger Zeit auf der Strasse kam uns eine grössere Rinderherde
entgegen, die von Vaqueros, das sind die brasilianischen Cowboys, zu einem neuen
Platz getrieben wurden. Wir haben gewartet bis die Herde vorbei war und der Chef
der Truppe hat sich dann bei uns dafür bedankt, weil die Rinder schnell nervös
werden, wenn Autos vorbeifahren.

Wir haben bei der Fahrt auf der Strasse Pantanaleira auch viele andere Tiere und Pflanzen gesehen, hier eine Auswahl. Besonders das scheue Sumpfreh war eine Überraschung für uns, die sieht man nur recht selten. Als wieder Termitenhügel neben der Strasse zu sehen waren, wussten wir, das Pantanal liegt hinter uns, wir waren auf dem Rückweg nach Süden.
Wir wollten auf der Rückfahrt in einer Grenzstadt zum Nachbarstaat Paraguay übernachten, aber auf der Fahrt dorthin wurden wir von der Bundespolizei angehalten. Nach einem freundlichen Gespräch, dem Vorzeigen der Reisepässe und der Wagenpapiere konnten wir weiterfahren. Der Grund für die Sperre ist der Schmuggel von wertvollen Materialien wie zum Beispiel Gold und Edelsteine nach Paraguay, wo sie dann illegal weiter verkauft werden.
Weiter im Süden sind wir durch den Nationalpark Iguassu gefahren und haben den Fluss Iguassu auf einer Fähre überquert. Da waren noch einige Mitfahrer auf der Fähre die nichts zu bezahlen brauchten und auch für das Trinken brauchten die nichts zu bezahlen
Was jetzt noch zu erzählen wäre, während der ganzen Reise war es heiss, wir haben geschwitzt und die Klimaanlage im Auto abgestellt, weil das die beste Möglichkeit ist eine Erkältung zu bekommen, wenn man oft aus - und einsteigt. Dann kamen wir an einer Tankstelle mit Rasthaus an und sahen die Malerei im Fenster. Da ist uns einfallen, es ist Ende November, zu Hause ist es kalt und regnerisch, da ist das Schwitzen nicht so schlimm.
