Westaustralien

     

Wer glaubt, die Entfernungen im Northern Territory oder in Queensland wären groß, dem empfehle ich eine Reise durch Westaustralien. Hier sind die Strassen manchmal unendlich. Reizvoll sind die großen landschaftlichen Kontraste an den einzelnen Abschnitten der Küste, wo im Nordwesten wunderschöne Korallenriffe vorhanden sind, aber auch im Landesinneren, mit den fruchtbaren Gegenden im Süden, wo Riesenbäume wachsen, dem Weizengürtel, den Salzseen und weiter im Norden die trockene Gegend, welche von Bergmassiven durchzogen ist. Achim Schilling und ich sind in drei Wochen etwa 7000 km durch diesen größten Bundesstaat Australiens gefahren. Unsere Fahrtstrecke kann man auf der Karte sehen.

                                                                                                                                                                                                 Gestartet sind wir in Perth, nachdem wir uns die schwarzen Schwäne auf dem Swan River angesehen hatten, denn dort ist ihre ursprüngliche Heimat. Wir  sind zuerst nach Süden gefahren, dann nach Osten und nach Norden. Entlang der Küste sind wir dann zurück gefahren.  

Auf dem Weg nach Süden war es schon abwechslungsreich...

               

                zuerst Küste mit Sandstrand ......                     dann am Cape Naturaliste steile Felsen und eine völlig andere Flora.

Einige Beispiele für die unterschiedlichen Landschaften. Schöner Sandstrand, bewachsen mit Blumen, wechselt ab mit felsigen Abschnitten, die teilweise senkrecht ins Meer fallen. Auch die Temperaturen sind recht unterschiedlich. Ist man an einer windgeschützten Stelle, ist es heiß, steht man in Freien, braucht man eine Jacke gegen den Wind.

Spektakulär war die Felsküste in der Nähe von Albany. Unter anderem eine große Felsbrücke, unter der die Wellen etwa fünf - sechs Meter hoch schlugen. Ein fantastischer Anblick. Neben dem Weg sahen wir Drachenköpfe  und Skinke auf den Felsen. Weitere schöne Fotomotive.

 

 

 

Auch das Hinterland der Küste ist sehr interessant. Auf den freien Flächen sind häufig Kängurus zu sehen. Es gibt "noch" große Wälder mit den Karri Bäumen, das sind sehr hohe Bäume, die sehr gut für Bauholz zu nutzen sind und wenn man Glück hat, ist der Kookaburra auch da. In den Nationalparks sind schöne Wasserfälle und viele Blumen zu finden, darunter auch Orchideen, so wie hier die Caladenia flava. Besonders eigenartig sind die Blüten der Banksia, den Flaschenputzerbäumen, von denen es viele Arten gibt.

 

Bei Albany sind wir von der Küstenstrasse nach Norden abgebogen ins Inland. Hier ist die Kornkammer Australiens, aber auch Salzseen und anderes gibt es. Gegen Abend sahen wir in der ferne die Stirling Ranges, die wir am nächsten Tag durchquert haben. Wir waren nicht zur richtigen Jahreszeit dort wenn alles blüht, aber wir haben an verschiedenen Stellen einen Eindruck bekommen, wenn der Boden voller Blütenpflanzen ist. Es braucht nur ein wenig Feuchtigkeit und schon ist alles voller Blumen. Die gezeigten Blumen sind aus der Familie Portulacaceae. Das Bild mit dem grossen Salzsee zeigt ein Teil des Lake Grace. Wir fuhren weiter Richtung Norden.

                             

Das war unser nächstes Ziel, "Die Welle" eine Felsformation bei Hyden. Der Felsen ist durch Erosion in dieser besonderen Weise geformt worden. Es ist ein Monolith, denn die ganze Umgebung ist flach und wird landwirtschaftlich genutzt. Wenn man auf den Felsen hinauf klettert, sind dort ähnlich wie bei den "Devils marples " im Northern Territory. Grosse Steinkugeln, ebenfalls durch Erosion entstanden. Es ist dort auch wieder eine besondere Flora zu finden. Bedingt durch die Landwirtschaft fliegen auch grosse Schwärme von Kakadus herum, immer wieder ein schöner Anblick, wenn der Schwarm dreht und sich dadurch die Farben der Federn ändern.

Bei der weiteren Fahrt nach Norden haben wir noch vieles rechts und links des Highways gesehen. Einige Beispiele können nur die vielen verschiedenen Pflanzen und Tiere andeuten. Aber, das ist sicher, die Wüste ist nicht leer, dort leben viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

 

  

 Übrigens, beim Buschfeuer neben der Strasse waren wir die einzigen die angehalten haben, für alle anderen war das eine ganz normale Sache.

 

Völlig überraschend in der trockenen Gegend, ein Flusslauf quer zur Strasse, der Gascoyne River hat hier mehrere Arme die auch in der trockenen Jahreszeit noch Wasser haben. Wir haben darin auch mit dem Netz gefischt, aber "nur" Barsche der Gattung Leithoporon gefunden. Die Wassertemperatur war mit 28°C. eigentlich noch kühl.

 

 

Wir haben Newman besucht, eine Stadt wo die größte offene Eisenerzmine der Welt ist. Ein Riesenloch in der Landschaft, worin mit mit Riesengeräten gearbeitet wird. Eine eigene Eisenbahn befördert das Erz 400 Kilometer weit nach Porth Hedland, und die Züge sollen bis acht Kilometer lang sein, jedenfalls haben wir einen gesehen, der einfach kein Ende nahm.

 

 

Wir sind dann quer durch die Hamersley Range, einem Gebirgszug, zur Küste gefahren, die wir bei Port Hedland erreicht haben. Unterwegs waren wir noch in der Wittenom Gorge, weil es dort  in einem Wasserloch eine Variante von Melanotaenia australis gibt. Das wir einige Male Dromedare neben der Strasse gesehen haben, sei auch erwähnt. Wir haben später erfahren, Australien exportiert Dromedare nach Arabien, das hatten wir vorher nicht gewusst. Port Hedland, eine Hafenstadt wo das Erz aus dem Inland verladen wird, war der nördlichste Punkt unserer Rundreise.

Von dort sind wir entlang der Küste  zurück gefahren. Das erste Ziel war die Halbinsel Exmouth mit dem Ningaloo Reef und dem  North West Cape. Hier wachsen bereits im flachen Wasser viele Korallen und andere Meeresbewohn. Wir haben ausgiebig geschnorchelt und sind später auf die andere Seite der Halbinsel gefahren  zum Cape Range National Park

            

Entlang der Küste der nordwestlichsten Halbinsel Australiens kann man bis zum Yardie Creek fahren, der eine tiefe Schlucht in den Felsen geschnitten hat. Dort findet man wieder eine andere Flora und wenn man Glück hat, recht seltene Känguru Arten, wie das rote Riesenkänguruh. Leider war es mir nicht möglich sie von vorne zu fotografieren, denn sie sind recht scheu. Dafür hat mir der Skink, seine blaue Zunge heraus gestreckt. 

Weiter nach Süden fährt man durch eine sehr trockene Gegend. Auf dem Weg zur Küste durchquerten wir den Gascoyne River. Die Brücke war irgendwann bei einem Hochwasser zerbrochen, die Teile lagen noch im Flussbett. In den noch verblebenen Wasserlöchern bewegte sich was. Also haben wir nach Fischen gesucht, gefunden haben wir Craterocephalus cuneiceps, eine Fischart die nur dort vorkommt.  Wir wollten zu den etwa 75 Kilometer entfernten "Blowholes" an der Steilküste. Dort schlagen die Wellen unter die steile Felsküste und das Wasser wird durch Spalten bis zu 25 m in die Luft gepresst. Ein gewaltiger Anblick, ähnlich einem Geysir.

Eine Besonderheit an diese Küste sind die "Jettys". Sie wurden früher benötigt um die Schiffe zu beladen, denn es gab keine Häfen und das Meer war zu flach und zu unruhig ummit einem Segelschiff bis an die Küste zu fahren. Also wurden einige von diesen Anlegestellen entlang der Küste gebaut, hier ein Foto von der angeblich grössten, der "1 Mile Jetty" bei Carnarvon.

 

Die nächste Halbinsel zu der wir hinaus gefahren sind vom Highway 1, war die Peron Halbinsel. Die kennt zwar keiner, aber "Monkey Mia", die Stelle an der die Delfine an den Strand kommen die kennen alle. Das ganze ist ziemlich touristisch gestaltet und teuer, wir haben darum nicht dort übernachtet, sondern in der gegenüber liegenden Seite der Halbinsel in der Stadt Denham. Das ist die westlichste Stadt Australiens und ich habe beim Sonnenuntergang Richtung Westen geschaut, irgendwo hinter dem Horizont muss Wuppertal sein

Nicht so bekannt, aber sehr eindrucksvoll ist es, wenn man  zur "Shell beach" fährt. Dort besteht der gesamte Strand aus Muschel schalen, es ist kaum zu glauben, das sie meterhoch den Strand bilden. An einer anderen Stelle findet man die "Stromatolithen" die bei Ebbe aus dem Wasser herausragen. Das sind urtümliche Gebilde, es sollen die ältesten Lebewesen der Erde   sein. Eine Art Blaualgen, die in Jahrmillionen Kalkskelette aufgebaut haben und heute noch weiter bauen.

Wir waren in dem Glauben, fast alles sehenswerte schon gesehen zu haben, aber als wir in den Kalbarri Nationalpark hinein gefahren sind auf einer quittegelben Strasse, wurden wir wieder überrascht. So viele verschiedene blühende Pflanzen hatten wir vorher noch nicht an einer Stelle gesehen.

 

 

Wir wollten zu dem Canyon, den der Murchison River in die Landschaft geschnitten hat. Man kann an verschiedenen Stellen fast bis zum Rand des Canyons fahren, ein atemberaubender Anblick, wenn man weiter geht bis zum Rand, man kann mit entsprechender Vorbereitung auch hinab steigen, aber das haben wir uns bei 40° Celsius Lufttemperatur gespart.   

 

                      

                                                                         

Einige der Tiere die in dieser Gegend leben, möchte ich im Bild vorstellen. Von den Kakadus gibt es viele verschiedene Arten, aber alle frei lebenden sind recht scheu, man kommt nur mit Geduld nach genug heran zum Fotografieren. Es gibt kleine Känguru Arten die auch in den felsigen Gegenden leben. Verschiedene Sittiche findet man fast überall, nur das Fotografieren ist nicht ganz einfach, weil auch sie einen recht großen Abstand zum Menschen halten. Das ändert sich erst, wenn man in die Nähe von Städten oder Siedlungen kommt, dort sind sie an Menschen gewöhnt, weil es was zu fressen gibt in den Gärten oder Feldern. Warane sieht man meistens in der Nähe von Wasserläufen oder Flüssen, sie bevorzugen diesen Bereich, sind aber auch recht scheu und verschwinden schnell in ihre Höhle wenn man zu nahe kommt.                                                       

                                                       

Zum Abschluss der dreiwöchigen Reise haben wir noch die "Pinnacles" Wüste im Nambung Nationalpark besucht. Mitten in der grünen Landschaft ein großes Sandgebiet mit bis zu vier Meter hohen steinernen Säulen. Entstanden sind  sie vor langer Zeit aus Muschelschalen, die zusammen gebacken sind. Später hat die Erosion diese Figuren geformt. Auch wieder etwas, das es so sonst nirgendwo gibt.

Die Landschaft veränderte sich, es wurde zivilisiert mit Zäunen und Milchkühen, unsere Reise war zu Ende. In Perth angekommen, sahen wir, die Welt um uns herum bereitete sich auf Weihnachten vor.  Für mich ergab sich ein Treffen mit Dr. Gerald Allen im Western Australia Museum. Er hat viele Fischarten entdeckt und beschrieben. Da ich selbst Fische aus Australien und der Insel Neu Guinea pflege, war auch das für mich ein großes Erlebnis. Alles in allem, die Rundreise durch Westaustralien werde ich für immer in meinem Gedächtnis behalten und wenn es möglich wird, komme ich gerne noch einmal zurück.